Brunnenbau: Bohrbrunnen

Ein Bohrbrunnen wird mit dem jeweils passenden Bohrverfahren errichtet.

Je nach Tiefe, Durchmesser, Fördermenge und Nutzen wird ein Bohrbrunnen mit dem jeweils passenden Bohrverfahren errichtet.

Bohrverfahren zur Durchführung von Bohrbrunnen

Je nach Nutzung des Brunnens wird das jeweilige Bohrverfahren gewählt. Die Hauptfaktoren für die Auswahl sind die Brunnentiefe, der Brunnendurchmesser und die erforderliche Fördermenge.

Bohrbrunnen für die Trinkwasserversorgung, Erdwärme- Tiefenbohrungen sowie Erdwärme-Wasser-Wasser-Nutzung werden hauptsächlich in einem der folgenden zwei Bohrverfahren errichtet:

Hammerbohrung

Das Hammerbohrverfahren zählt zu den klassischen Bohrverfahren und wird meist bei Bohrbrunnen mit einer Tiefe bis zu 200 Meter eingesetzt. Der Vorteil zu anderen Systemen liegt im trockenen Bohrverfahren sowie in der schnellen Bohrdurchführung, was die Gesamtkosten der Brunnenerrichtung senkt. 

Die Hammerbohrung ist ein Trockenbohrverfahren das sich besonders für die Errichtung von Trinkwasserbrunnen eignet. Aufgrund des trockenen Bohrfortschritts können die wasserführenden Schichten sofort festgestellt und gleichzeitig die Ergiebigkeiten der unterschiedlichen Schichten noch vor dem Ausbau des Brunnens ermittelt werden.

Zudem wird bei dem Verfahren ein kompaktes Equipment verwendet und somit eignet es sich auch für Bohrbrunnen in dicht besiedelten sowie schwer zugänglichen Regionen.

Spülbohrung

Das Spülbohrverfahren zählt zu den bewährten Tiefbohrverfahren und wird meist bei Bohrbrunnen ab einer Tiefe von 150 Metern eingesetzt. Der Bohrfortschritt in hartem Gestein (Felsen) ist im Vergleich zur Hammerbohrung wesentlich geringer. 
Bei diesem Verfahren ist ein umfangreiches Bohrequipment erforderlich und aus diesem Grund wird dementsprechend viel Platz zur Durchführung eines Bohrbrunnens benötigt.

Bei Trinkwasserbrunnen mit geringen Fördermengen ist dieses System weniger zu empfehlen, da während des Bohrvorganges ein Spülmittel zur Stabilisierung der Bohrung zum Einsatz kommt. Aufgrund der Bohrspülung können während des Bohrfortschrittes keine wasserführenden Schichten festgestellt werden. Dies wird mittels einer Messung nach dem Erreichen der Endtiefe ermittelt.

Nach dieser Messung, bei der auch der Ausbau des Brunnen bestimmt wird, ist die Bohrspülung mit klarem Wasser wieder aus dem Brunnen zu spülen, um die wasserführenden Schichten freizulegen.
Dabei kann es passieren, dass die wasserführenden Schichten mit geringen Fördermengen verklebt wurden und so für die Nutzung nicht mehr geeignet sind.

Die tatsächlichen Fördermengen der wasserführenden Schichten im Untergrund können somit erst nach dem vollständigen Ausbau sowie nach dem Klarspülen des Brunnen ermittelt werden.

Fazit

Hammerbohrungen zur Errichtung von Bohrbrunnen sind für die Nutz- und Trinkwasserversorgung für den Eigengebrauch, Wasserversorgungen sowie Wasser- Wasser Wärmepumpen aufgrund des kompakten Equipments in allen Regionen bestens geeignet.

Mit dem Spülbohrverfahren können Brunnen für jede Tiefe gebaut werden, jedoch sind sie besonders für die Errichtung von Tiefenbrunnen zur Verwendung von Erdgas und Öl geeignet. Zudem kommen sie zur Errichtung von Thermalwasserbrunnen zum Einsatz.

Autor: Dietmar Stuck - Google+